Was Körpersprache über uns verrät
Am 10. Mai veranstaltete die Unternehmerberaterin Jutta Knauer ein Workshop zum Thema Körpersprache. 20 Teilnehmer lernten die Signale von Mimik, Gestik, Tonfall, Haltung und Gang zu deuten und feilten an ihrem souveränen Auftritt. „Der Körper lügt nie“, sagt Jutta Knauer. „Die Aussagekraft der Körpersprache kann man sich gezielt zunutze machen - im Alltag wie im Berufsleben. Wer die Signale versteht, kann seinem Gegenüber positiv entgegentreten und dessen ‚Wellenlänge’ erreichen.“

Trainerin Jutta Knauer zeigt den „Pflug“. Eine Geste, die andeutet, dass man den Einstieg finden möchte.

Vorsicht Falle
„Kann richtig sein, muss aber nicht…“ war die Antwort der Referentin auf diverse Hypothesen und Interpretationen. Status, Rolle und Erfahrungen, die Menschen gemacht haben, prägen ihre Interpretationen. Ob wir etwas als angenehm oder unangenehm empfinden, hängt weniger von dem körpersprachlichen Signal ab als von unseren persönlichen Erfahrungen und Bewertungen. Um keine falschen Schlüsse zu ziehen, sollten alle körpersprachlichen Signale immer nur im Kontext interpretiert werden.
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance
Während die Araber eine Art Rauferei betreiben, wo jeder versucht, die Hände des anderen zu seinen Lippen zu heben, verbeugen sich die Chinesen und die Briten belassen es bei einer leichten Kopfbewegung. Im Seminar haben die Teilnehmer bei uns übliche Begrüßungsrituale ausprobiert und analysiert. Erfahrungen dabei: Ein „lascher“ Händedruck kann auf Unsicherheit hinweisen, kann aber auch nur bedeuten, dass jemand (noch) auf Distanz bleiben möchte. Zeigt der eigene Handrücken bei der Begrüßung nach oben, vermittelt das den Eindruck, eine dominante Person zu sein. Bei der Begrüßung wird das Gegenüber analysiert. Bestimmend wirkt jemand, der mit seiner freien Hand zusätzlich den Unterarm des Anderen ergreift. Darin drückt sich der Wunsch nach Kontrolle und Führung aus. Leicht nach vorne geneigter Oberkörper signalisiert Interesse . Leicht schräg geneigter Kopf, begleitet von einem Lächeln, ist eine Vertrauensgeste, der hoch erhobene Kopf eine konfrontative Botschaft.
Ganz wichtig: Bei der Begrüßung unbedingt die Distanzzone des Gegenübers respektieren. Das bedeutet bei uns, mindestens eine Armlänge Abstand zu halten. Kulturelle Unterschiede können zu Missverständnissen führen. Das merkte ein Teilnehmer, der beruflich häufig in den USA unterwegs ist. In den USA sind Distanzzonen bei der Begrüßung geringer ausgeprägt, so ging er bei der Begrüßung einer ihm unbekannten Dame so nah heran, dass diese unwillkürlich zurückwich. Ihr üblicher Gesprächsabstand von einer Armlänge war nicht eingehalten worden. Sie fühlte sich bedroht. In Amerika wird durch „näherkommen“ eher Vertrauen und Sympathie erzeugt.
Die Wirkung von Gesten
"Igel": Gefaltete Hände mit gestreckten Fingern können eine Abwehrgeste sein.
"Beten":Beide Handflächen aufeinander und/oder nur die Finger oder die Fingerspitzen berühren sich. Das sind Zeichen von Interesse und dem Wunsch nach gemeinsamen Berührungspunkten.
Verschränkte Arme:Sind sie ein Zeichen von Ablehnung oder nur Zeichen einer entspannten bequemen Haltung? Verändert der Gesprächspartner während des Gesprächs plötzlich die Haltung und verschränkt die Arme, ist dies vermutlich ein Signal der Ablehnung. Um Klarheit zu gewinnen hilft nur fragen: Wie geht es Ihnen mit meinem Vorschlag? Was halten Sie von meinem Angebot?
Als positiv oder negativ können jedoch auch viele „harmlose“ Gesten empfunden werden, deren Wirkung uns selbst oft gar nicht bewusst sind wie das Zeigen mit dem Zeigefinger oder mit einem Stift. Finger bzw. Stift wirken dominant und bedrohlich – fast wie eine Waffe – und daher unsympathisch. Am Besten man legt den Stift bei Gesprächen grundsätzlich aus der Hand.
Ein Lächeln wirkt Wunder
„Ein Mensch ohne Lächeln sollte kein Geschäft aufmachen.” sagt ein Sprichwort aus China. Ein Lächeln ist eine unmissverständliche Geste und garantiert eine positive und sympathische Ausstrahlung. Mit einem kleinen Lächeln kann man Interesse bekunden und einen vertrauenswürdigen und selbstsicheren Eindruck vermitteln.







